Olga von Bernhard Schlink

Olga ist die Geschichte einer Liebe, die in einem kleinen Dorf in Pommern am Ende des 19ten Jahrhunderts beginnt und es ist die Geschichte einer Frau, die wir bis weit ins 20ste Jahrhundert begleiten.

Bernhard Schlinks neues Buch kommt leise daher, fast sanft werde wir in die Geschichte entführt.

Olga, von klein auf an ein besonderer Mensch, ein beobachtender Mensch, später eine Waise und Herbert, der recht laute Sohn eines Gutsherrn, verlieben sich ineinander.  Sie sind schon als Teenager einander zugetan und bleiben trotz aller Widerstände, Herberts Eltern sind gegen diese Verbindung, beieinander.

Olga, geht ihren Weg, sie ist schlau, ehrgeizig und wird Lehrerin, eine bodenständige, eine gute Lehrerin. Und Herbert? Er wird ein Abenteurer, bricht auf nach Afrika, wird verwundet, reist nach Amerika, nach Russland und träumt von einem immer größer werdenen Deutschland. Er träumt von Kolonien und will für Deutschland die Arktis erobern. Er bricht zu dieser Reise auf, kurz bevor in Europa der Erste Weltkrieg ausbricht.

Olga ist eine starke, kluge Frau, die nicht nur miterleben muss. wie ihr Geliebter größenwahnsinnig wird, sondern auch, wie ihr Volk zu viel will, zu groß denkt, sich zu wichtig nimmt.

Ich kann mir vorstellen, dass "Olga" einmal Schullektüre wird und das meine ich positiv, denn der Autor schafft es hervorragend, anhand von Herbert die Entwicklung aufzuzeigen, die Deutschland im letzten Jahrhundert genommen hat. Ein ruhiges Buch, das darauf hinweist, dass die Lauten nicht immer Recht haben. Nach " Der Vorleser" mein neues Lieblingsbuch des Autors.

Schlink, Bernhard
Diogenes Verlag AG
ISBN/EAN: 9783257070156
24,00 €
Kategorie:
Roman